WAS IST STRESS?

Hier erhalten Sie Antworten auf die Frage „Was ist Stress?“ und erfahren mehr über Stress Symptome

Was ist Stress?

Um die Frage „Was ist Stress?“ zu beantworten, muss man sich darüber im Klaren sein, dass Stress grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Stress lässt sich in drei Kategorien unterteilen und zwar in Eustress (positiver Stress), Distress (negativer Stress) und in den neutralen Stress, wobei der neutrale Stress sich selbst erklärt. Stress ist oftmals die Würze des Lebens, er motiviert uns und treibt uns an (Eustress), wie z. B. einen Sportler bei einem Wettkampf.

Hinzukommt, dass wir aus gemeisterten Stresssituationen lernen und uns weiterentwickeln. Ohne Stress wäre die Menschheit wahrscheinlich bereits ausgestorben, denn wer kämpft, kann verlieren – aber wer nicht kämpft, der hat schon verloren. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Stress, gemeint ist hier der Distress, eine der größten Gesundheitsgefahren für den Menschen neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Distress entsteht im Allgemeinen durch von uns als Gefahr eingestufte Situationen, durch die wir kurz-, mittel- oder langfristig in Alarmbereitschaft versetzt werden. Wie Stress definiert wird und welcher Stress Auswirkungen auf den Körper hat, schauen wir uns nun im folgenden Abschnitt an.

Stress bedeutet „mechanischer Spannungszustand“

Der Begriff Stress kommt ursprünglich aus der englischen Sprache, noch genauer aus der Materialprüfung und bedeutet so viel wie „mechanischer Spannungszustand“.

Als Vater der modernen Stressforschung gilt der österreichisch-kanadische Mediziner Dr. Hans Selye, der Stress als „unspezifische Reaktion des Organismus auf jedwede Art von Belastung (Lärm, Angst, Hitze, etc.) und die daraus folgende Anpassung des Organismus an diese Belastung“ beschreibt. Diese Belastungen werden in der Literatur auch als Stressoren bezeichnet.

Selye beschreibt hier die körperliche Stressreaktion auf länger andauernde Belastungen. Sein amerikanisches Pendant Cannon, ebenfalls in den frühen Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, schildert unterdessen eher die kurzfristige Stressreaktion bei Mensch und Tier und sagt, dass durch die Ausschüttung von Hormonen der Körper in Leistungsbereitschaft versetzt wird (Kampf oder Flucht).

Die Stressforschung wurde dann durch den Amerikaner Lazarus in den Sechziger Jahren mit dem transaktionalen Konzept weiterentwickelt. Er stellte fest, dass jeder Mensch anders auf Stress in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Veranlagung (Psyche, Erziehung,…) reagiert. In Folge ist der richtige Umgang mit Stress individuell und jede Person hat das Recht auf sein eigenes Stressempfinden.

Welche Stressauswirkungen zeigt der Körper?

In einer potenziellen Gefahrensituation („Begegnung mit einem Löwen im Dschungel“) wird der menschliche Körper durch den Sympathikus in Leistungsbereitschaft (Kampf oder Flucht) versetzt. Dabei passiert im Körper unter anderem Folgendes:

  • Aktivierung und vermehrte Durchblutung des Gehirns
  • Erhöhung der Muskelspannung
  • Schnellerer Herzschlag
  • Energiebereitstellung (Blutzucker, Fette, etc.)

Entkommen wir der Gefahr, dann normalisiert sich unser Organismus durch den Parasympathikus wieder und gleichzeitig wurden die zur Verfügung gestellten Energien durch die Flucht aufgebraucht. Das Problem beginnt dann, wenn die von unserem Gehirn eingestufte Gefahrensituation nicht bewältigt werden kann, dann kann es zu einem Aufschaukeln des Stressmechanismus kommen.

Jetzt begegnen wir in unserem Alltag natürlich keinem Löwen und sind nicht vor diesem auf der Flucht, doch lässt sich dieses Beispiel auf unsere täglichen Situationen übertragen: Auch in einem normalen Streit wird unser Körper in Leistungsbereitschaft versetzt und es werden Energien freigesetzt, die oftmals nicht verbraucht werden und somit für ein körperliches Ungleichgewicht sorgen.

Deswegen hilft vielen Menschen als erstes Sport gegen Stress, um die überschüssigen Energien loszuwerden. Dabei gilt allerdings zu beachten, in welchem Stressstadium sich die jeweilige Person befindet. „Hochleistungssport“ bei einer sehr stark unter Stress stehenden Person ist eher kontraproduktiv.

Was passiert bei Stress im Körper?

In einer Gefahrensituation aufgenommen über ein Sinnesorgan z. B. die Augen wird der Sinnesreiz ans Gehirn weitergeleitet, welches über die Stressreaktion blitzschnell entscheidet. Die erste Stressreaktion ist der „Ruf zu den Waffen“. Hierbei handelt es sich um die trockene Stressachse über das Nervensystem.

Hier werden Noradrenalin und Adrenalin ausgestossen, welche den Körper wie oben beschrieben in Leistungsbereitschaft versetzen. Wird der Stress erfolgreich bewältigt, dann normalisiert sich unser Organismus wieder – und das Adrenalin zerfällt. Ist dies nicht der Fall, das heißt bleibt der Stress bestehen, dann sendet das Gehirn den Auftrag „Nachschub Energie“. In dem Fall wird die zweite Stressachse, die sogenannte nasse Stressachse, aktiviert und es kommt zur Abgabe von Kortisol ins Blut, damit unser Organismus in der Belastungssituation angepasst bleibt. Das erhöhte Ausschütten von Kortisol signalisiert unserem System Gefahr und es kommt zu einem chronischen Stresszustand.

Im Laufe der Zeit kann es dann dazu kommen, dass die Nebennieren erschöpfen und nicht mehr genügend Kortisol produzieren. D. h. der Kortisolspiegel sinkt nach der Überhöhung unter den Normalpegel und es kann zu Symptomen wie Müdigkeit, Energielosigkeit, etc. kommen.

Krankheit durch Stress

Wenn der Stress chronisch wird, kann es zu verschiedenen Stresssymptomen bis hin zum Burn-out kommen. Folgen von Stress können sein:

  • Magen-/Darmleiden
  • Blasenerkrankungen
  • Rückenbeschwerden
  • Denkblockaden
  • Aggressionen
  • Herzinfarkt
  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Depressionen
  • Asthma
  • usw.

Der richtige Umgang mit Stress und den Stress reduzieren sind in Folge wesentlich, um Stresserkrankungen zu vermeiden.

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